Wie viel verdienen Airbnb-Gastgeber? Echte Zahlen + Rechner (2026)
Erfahren Sie, wie viel Airbnb-Gastgeber 2026 wirklich verdienen: echte Zahlen, Berechnungsformel, abzugsfähige Kosten und konkrete Beispiele für Ihre Rentabilitätsschätzung.
Cédric
Fondateur de ScanStay
Als ich meine zwei Ferienhäuser in der Normandie auf Airbnb eingestellt habe, war die erste Frage dieselbe wie bei allen: Lohnt sich das finanziell wirklich? Wie viel kann man auf Airbnb tatsächlich verdienen? Zwischen den Bruttoeinnahmen, die in Foren herumgeistern, und der Realität nach Abzug aller Kosten liegt oft ein gewaltiger Unterschied.
In diesem Artikel gebe ich dir die echten Zahlen für 2026, eine konkrete Formel zur Berechnung deiner potenziellen Einnahmen und die Kostenpositionen, die viele Gastgeber vergessen einzurechnen. Ohne Beschönigung.
Durchschnittliche Einnahmen eines Airbnb-Gastgebers 2026
Es gibt keine universelle Zahl — und genau hier werden viele angehende Gastgeber in die Irre geführt. Die Einnahmen variieren enorm je nach Lage, Immobilientyp und Verwaltungsaufwand.
Realistische Richtwerte für 2026 in Deutschland und der DACH-Region:
- Studio in einer Großstadt (Berlin, München, Hamburg): zwischen 1.200 € und 3.800 €/Monat bei 70-85 % Auslastung
- 2-Zimmer-Wohnung in einer touristischen Küstenregion: zwischen 800 € und 2.500 €/Monat in der Hauptsaison (April–September)
- Ferienhaus auf dem Land: zwischen 600 € und 2.000 €/Monat je nach Region und Saison
- Berghütte oder Chalet: zwischen 2.000 € und 5.500 €/Monat in der Wintersaison
Meine beiden Ferienhäuser in der Normandie erwirtschaften zusammen durchschnittlich etwa 2.400 € brutto pro Monat über das Jahr, mit Spitzen von 3.800 € im Juli/August und Tiefs von 900 € im Januar/Februar. Das sind ehrliche Zahlen — keine Best-Case-Szenarien wie man sie manchmal in Erfahrungsberichten liest.
Für eine persönliche Rentabilitätsberechnung basierend auf deiner Immobilie und Region bietet ScanStay einen digitalen Gästeführer, der auch Einnahmen aus deiner Unterkunft optimiert.
Die 4 Faktoren, die wirklich den Unterschied machen
1. Lage: der wichtigste Faktor
Eine identische Wohnung kann in München-Mitte dreimal mehr einbringen als in einer nicht-touristischen ländlichen Region. Lokale Nachfrage, Wettbewerbsdichte und Saisonalität sind die drei entscheidenden Variablen.
In der Normandie ist meine Saisonalität sehr ausgeprägt: 70 % meiner Jahreseinnahmen fallen zwischen Mai und September an. In Städten ist die Nachfrage gleichmäßiger über das Jahr verteilt — dafür ist der Wettbewerb aber auch deutlich intensiver.
2. Immobilientyp und Kapazität
Je mehr Gäste deine Unterkunft aufnehmen kann, desto höher kannst du den Nachtpreis ansetzen. Ein Ferienhaus für 8 Personen zu 200 €/Nacht erzielt mehr als ein 2-Personen-Studio zu 80 €/Nacht — selbst bei ähnlicher Auslastung. Das Preis-pro-Gast-Verhältnis lohnt sich zu beobachten.
3. Auslastungsrate
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Indikator. Eine Auslastung von 60 % vs. 80 % im gleichen Zeitraum bedeutet 33 % mehr Einnahmen. Diese Rate hängt von deinem Preis, deinen Bewertungen, der Qualität deines Inserats und deiner Reaktionsschnelligkeit ab.
Die meisten aktiven, gut bewerteten Gastgeber erreichen im Jahresdurchschnitt 65-75 % Auslastung. Die besten Superhosts überschreiten die 80 %-Marke.
4. Nachtpreis und Preisstrategie
Der von dir festgesetzte Preis beeinflusst direkt deine Auslastungsrate. Zu niedrig und du verlierst Geld. Zu hoch und du verlierst Buchungen. Dynamische Preisgestaltung — Preisanpassung nach Saison, lokalen Ereignissen, Wochentagen vs. Wochenenden — kann die Einnahmen um 20 bis 40 % steigern.
Wie du deine potenziellen Einnahmen berechnest: die konkrete Formel
Hier ist die Formel, die ich verwende, um Einnahmen zu schätzen, bevor ich eine Unterkunft inseriere:
Bruttoeinnahmen = Nachtpreis × Verfügbare Nächte × Geschätzte Auslastung
Beispiel für eine 2-Zimmer-Wohnung in Berlin:
- Durchschnittlicher Nachtpreis: 110 €
- Verfügbare Nächte pro Jahr: 300 (65 Nächte für dich oder Wartungsarbeiten reserviert)
- Geschätzte Auslastung: 72 %
Bruttoeinnahmen = 110 × 300 × 0,72 = 23.760 €/Jahr, d.h. etwa 1.980 €/Monat
Das ist die Bruttogröße. Jetzt kommen die Kosten — hier erleben viele Gastgeber unangenehme Überraschungen.
Abzugsfähige Kosten: die vollständige Liste
Airbnb-Gebühren (ca. 3 %)
Airbnb erhebt in der Regel ca. 3 % Provision auf jede Buchung für Gastgeber (der Rest wird dem Gast berechnet). In unserem Beispiel sind das rund 713 €/Jahr an Plattformgebühren.
Hinweis: Booking.com erhebt 15 % Provision beim Gastgeber — was die Rechnung erheblich verändert.
Reinigung
Das ist oft der am meisten unterschätzte Kostenfaktor. Wenn du selbst reinigst, setze deinen Zeitwert an. Bei Auslagerung (Reinigungskraft oder Concierge-Service) rechne mit 40 bis 120 € pro Wechsel je nach Unterkunftsgröße und Region.
Bei einer Unterkunft mit 2-3 Gästewechseln pro Woche in der Hauptsaison kann Reinigung allein 300-600 €/Monat ausmachen.
Spezielle Kurzzeitvermietungsversicherung
Deine normale Hausratsversicherung deckt die Ferienwohnung nicht ab. Eine Spezialversicherung kostet zwischen 200 € und 600 €/Jahr je nach Unterkunft und Deckungsumfang. Das ist nicht verhandelbar.
Lies dazu unseren Artikel über Einkommensteuer für Ferienwohnungen, um alle steuerlichen Aspekte im Blick zu behalten.
Laufende Kosten
Strom, Wasser, Internet, Hausverwaltungsgebühren falls zutreffend. Bei Kurzzeitvermietungen ist der Verbrauch generell höher als bei einem Hauptwohnsitz — Gäste haben nicht dieselben Gewohnheiten wie Langzeitmieter.
Ich veranschlage durchschnittlich 150 bis 250 €/Monat an laufenden Kosten für jede meiner Unterkünfte.
Wartung und Erneuerung
Bettwäsche, Ausstattung, kleinere Reparaturen, Streichen... Plane 5 bis 8 % der Bruttoeinnahmen ein, um deine Unterkunft in gutem Zustand zu halten. Eine Unterkunft, die an Qualität verliert, verliert Sterne — was direkte Auswirkungen auf künftige Buchungen hat.
Netto vs. Brutto: die Realität
Zurück zu unserem Berliner Beispiel mit allen Kosten:
| Posten | Jahresbetrag |
|---|---|
| Bruttoeinnahmen | 23.760 € |
| Airbnb-Gebühren (3%) | - 713 € |
| Reinigung (60 Wechsel × 60 €) | - 3.600 € |
| Versicherung | - 400 € |
| Laufende Kosten | - 2.400 € |
| Wartung (6%) | - 1.426 € |
| Nettoeinnahmen vor Steuern | 15.221 € |
Das sind rund 1.268 €/Monat netto vor Steuern — etwa 36 % weniger als der Bruttoerlös. Und die Steuern sind noch nicht berücksichtigt.
3 konkrete Beispiele zur Kalibrierung deiner Erwartungen
Fall 1: Studio, Berlin Mitte, 28 m²
- Nachtpreis: 95 €, Auslastung 80 %
- Bruttoeinnahmen: ca. 27.740 €/Jahr
- Geschätzte Kosten: ca. 9.800 €/Jahr
- Netto vor Steuern: ca. 17.940 €/Jahr (1.495 €/Monat)
Fall 2: Ferienhaus, 4 Personen, Bayerischer Wald
- Nachtpreis: 130 €, Auslastung 58 % (starke Saisonalität)
- Bruttoeinnahmen: ca. 28.470 €/Jahr
- Geschätzte Kosten: ca. 11.000 €/Jahr
- Netto vor Steuern: ca. 17.470 €/Jahr (1.456 €/Monat)
Fall 3: Ferienwohnung, 6 Personen, Ostseeküste
- Nachtpreis (Hauptsaison): 200 €, (Nebensaison): 80 €, Auslastung 62 %
- Bruttoeinnahmen: ca. 34.500 €/Jahr
- Geschätzte Kosten: ca. 13.000 €/Jahr
- Netto vor Steuern: ca. 21.500 €/Jahr (1.792 €/Monat)
5 Hebel zur Maximierung deiner Einnahmen
-
Investiere in professionelle Fotos: Inserate mit professioneller Fotografie erhalten laut Airbnb-Daten durchschnittlich 24 % mehr Buchungen.
-
Optimiere Titel und Beschreibung: Integriere die Suchbegriffe, die deine Zielgäste verwenden (Strandnähe, Nationalpark, Festival usw.).
-
Reagiere schnell auf Anfragen: Airbnb bevorzugt Inserate von Gastgebern mit hoher Antwortrate. Strebe 100 % Antwortrate innerhalb einer Stunde an.
-
Erstelle eine digitale Gästemappe: Selbstständige Gäste hinterlassen bessere Bewertungen und stellen weniger Fragen. Eine digitale ScanStay-Gästemappe reduziert Wiederholungsfragen und verbessert deine Kommunikationsbewertung.
-
Nutze dynamische Preisgestaltung: Aktiviere Airbnbs Smart Pricing oder ein dediziertes Tool, um deine Preise automatisch an die Echtzeit-Nachfrage anzupassen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel verdient ein Airbnb-Gastgeber durchschnittlich pro Monat in Deutschland?
2026 verdient ein aktiver Airbnb-Gastgeber in Deutschland durchschnittlich zwischen 800 € und 2.500 € brutto pro Monat, je nach Standort und Immobilientyp. Großstädte und Tourismusregionen erzielen die höchsten Einnahmen. Nach Abzug der Kosten (Reinigung, Versicherung, Plattformgebühren, Wartung) entspricht das Nettoeinkommen in der Regel 55-65 % des Bruttoertrags.
Welche Provision nimmt Airbnb von Gastgebern?
Airbnb erhebt bei den meisten Inseraten eine Provision von ca. 3 % von den Gastgebereinnahmen. Dem Gast wird zusätzlich eine Service-Gebühr berechnet (in der Regel 14-16 %). Im Vergleich dazu erhebt Booking.com 15 % beim Gastgeber.
Muss ich Airbnb-Einnahmen versteuern?
Ja, unbedingt. Einnahmen aus Kurzzeitvermietungen sind in Deutschland steuerpflichtig. Je nach Situation können sie als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder als gewerbliche Einkünfte eingestuft werden. Lies unseren Artikel zur Einkommensteuer für Ferienwohnungen für einen vollständigen Überblick.
Lohnt sich Airbnb mit laufendem Immobilienkredit?
Das hängt von den erzielten Mieteinnahmen und der Höhe deiner monatlichen Kreditrate ab. In stark nachgefragten Lagen können Airbnb-Einnahmen tatsächlich einen Teil oder sogar den gesamten Kredit finanzieren. Aber die Einkommensunsicherheit (Saisonalität, regulatorische Änderungen) macht dieses Modell anfällig — es ist besser, nicht vollständig darauf angewiesen zu sein.
Was ist der Unterschied zwischen Airbnb-Einnahmen und klassischer Vermietung?
Kurzzeitvermietung erzeugt Einnahmen pro Nacht, was höhere Bruttoeinnahmen pro Quadratmeter als Langzeitvermietung ergibt. Im Gegenzug sind die Kosten höher (Reinigung, Ausstattung, schnellere Abnutzung), die Verwaltung ist intensiver, und das Einkommen ist weniger stabil. Die vergleichende Nettorentabilität hängt stark vom geografischen Standort und der tatsächlich erreichten Auslastungsrate ab.